Wieder unterwegs

Wege
Wege gehen
Wege gehen, wie damals,
als die Füsse noch wussten
und die Beine noch Kraft hatten.

Vertraute Wege wieder gehen,
vorbei an Sträuchern und Bäumen,
vorbei an meinem Schatten von damals,
als die Füsse noch wussten.

Wieder auf dem Weg.
Immerhin.
Unterwegs auf dem Weg,
auf dem Wiederweg,
auf den Wiederundwiederweg.

Immer wieder und wieder neu
Schritte wagen,
zagen und dennoch Wege wagen.
Wohin.
Dorthin,
wo die Knie sich verweigern,
die Füsse hadern mit dem Grund.
Wo alle Wege enden.
Dorthin,
wo das unbekannte grosse Land
sich öffnet, wo
neue Wege vor dir liegen,
wo die Füsse jauchzen und die Knie Tanzen.
Dort, am Ende der Wege.

@FrauPaulchen@twitter.com: der impuls für text 2 lautet: „im wiederweg“ – nutzt dieses bild von alfred kolleritsch aus seinem gedicht “Landschaft“ und bettet es in euren eigenen text ein.

Ballast

„Heute Nacht bin ich unten beim Ballast“.
Unten beim – nur kurz unten beim
Ballast,
und plötzlich unten
unter dem Ballast.

Unter Haufen und Häufchen
loser Gewichte, Ballast,
gewichtlose Ballen von Last.
Lasst Last los!
Lasst Luft und Atem.

Unter wichtigem Ballast
lasst mich von unten
atmen nach oben.
Lost die Last lose
und freie Haufen los.
Lost frei von unten nach oben
Ball und Last und Luft.
Blast mich los
und frei.
Oben an der Luft
frei atmen heute Morgen.
Frei und leicht.

Es ist wieder #frapalywo , 7 tage, 7 texte, 1 thema.

Das Thema der siebten Lyrikwoche von Frau Paulchen sind eigene Worte mit den worten anderer, den Worten anderer mit den eigenen Worten, geborgte Worte.

Der Impuls von heute heisst „heute nacht bin ich unten beim ballast“ aus „Nachtdienst“ von Thomas Tranströmer.