Atelier Trois Taches

Webprojekt im Saoristil August 2020

Der Saoristil gefällt mir und kommt mir als Anfängerin entgegen. So hsbe ich noch vor den Sommerferien die Kette geschärt.

Letzte Woche habe ich den Webstuhl bespannt, gestern viele Fehler entdeckt und behoben und angewebt.

Es soll ein Schal und eine Mütze daraus werden. Die Kette besteht aus Mutters Wolltesten und viel Sockenwolle, der Schuss aus einem dickern Wollgarn. Damit man die Kettfäden sieht, habe ich den Schuss doppelt genommen. Später werde ich vielleicht etwas weniger stark anschlagen.

Mutters Wolle

Ich sitze auf dem Boden zwischen unzähligen Wollknäuel in allen Farben, wobei Wollknäuel nicht wörtlich zu verstehen ist. Es ist auch Baumwollgarn und Mischgewebe dabei. Und es ist nich alles schön geknäuelt, da ist auch viel verheddertes dabei.

Mutter hat früher viel gestrickt, Pullover, Mützen, Handschuhe. An manche Wollen und Knäuel kann ich mich erinnern. Andere verblüffen mich: Was hat sie bloss daraus gestrickt?

So hocke ich nun hier und entwirre Mutters Fäden. Meine Beziehung zu ihr hat sich weitgehend entwirrt. Auch wenn man die Knoten nur von einer Seite her löst, kommt man zum Ziel. Vielleicht geht das sogar einfacher, als wenn an beiden Enden gezurrt und gezerrt wird.

Damals als wir Mutters Wohnung räumten, nachdem sie im Pflegeheim angekommen war, hatten wir die ganze Wolle in einen Müllsack verstaut. Der ist für eine Weile verschwunden, bis ich ihn in Mutters Sekretär wiedergefunden habe.

Mein erster Plan war, kleine Quadrate zu häkeln und zu stricken, daraus soll zum Beispiel eine Decke werden. Kleine Stücke kann ich mit meinen angeschlagenen Händen produzieren.

Soweit bin ich bis heute gekommen.

In der Zwischenzeit hat mich zuerst das Bandweben, dann das Weben überhaupt gelockt. Es ist eine Bewegung, die die Hände wenig belastet. Die ersten Versuche sind alle aus Mutters Wolle entstanden.

Von Mutters Lebensfaden ist noch etwas übrig, aber nicht mehr so viel. Ich nehme ihren Faden auf, werde in der Generationenfolge in die hinterste Reihe treten und vorne Platz für die neuen Generationen frei geben. Vielleicht findet der eine oder andere Faden an einem Kinderbett einen neuen Anknüpfungspunkt.

Da ich wegen der kranken Hände keine Glasperlen wickeln kann, bin ich mir der Weberei einen Schritt weiter gegangen: Ich konnte den Webstuhl, den wir Schwestern meiner Mutter zur Pensionierung geschenkt hatten, abholen. Er steht jetzt im Hobbyraum meines Mannes. Nun können wir gemeinsam werkeln dort unten.

Das Zusammenbauen ohne Anleitung klappte recht gut. Schwierig wurde das Einhängen der Schächte, aber das habe schliesslich auch hinbekommen. Darauf bin ich ein wenig stolz.

Mein erster Versuch wurde ein Flickenteppich aus alten T-Shirts. Ich habe dabei den Webstuhl kennengelernt und anschliessend kleine Fehler beim Einrichten korrigieren können.

Das nächste Projekt wird schon vorbereitet:

Powerperlen

Manche Perlen haben durch ihre schlichte Farbe und Form eine besondere Kraft.

Die grosse Rote

Die Schwarzrote

Die Spirale als Symbol

Die Kraftvolle in rot
Die Milde in grün
Die Fliessende in zwei Blautönen

Diese Perle schlängelt sich um das Collier.

Die Flexible in Grüntönen

Souvenir in Glas

Eine Reise inspiriert zu neuen Farben und Formen.

Impressionen vom Eismeer in Sommarøy, Tromsø

Wie fängt man Nordlichter in Glas? Nach unzähligen Versuchen ist es mir annähernd gelungen.

Himmlische Nacht

In einer schlaflosen Nacht habe ich diese Perlen in Engel verwandelt. Alle sind schon ausgeflogen oder machen sich für den Abflug bereit.

Eine Glasperle entsteht

Am Arbeitsplatz braucht es einen Brenner auf feuerfester Unterlage und Wasser für Missgeschicke. Ein Eimer mit Kühlgranulat (oben links) ist unerlässlich, damit das Glas nicht zu schnell abkühlt. Oben rechts steht ein Topf mit Sand, in dem die Perldorne stecken.

Der Brenner ist an eine Gasflasche und an einen Sauerstoffkonzentrator angeschlossen.

Auf einen Metalldorn mit Trennmittel wird das heisse Glas gewickelt.

Das gilt es, die werdende Perle in der Flamme zu drehen und zu drehen und zu drehen, bis das Glas in die gewünschte Form schmilzt.

Mehr Rosenkränze

Aus etwas grösseren Perlen sind diese Rosenkränze gemacht.

Nie wieder das falsche Trinkglas

Stehparty, tausend Gläser, aber welches ist meins?

Rosenkranz

In vielen Religionen werden sicht- und tastbare Gegenstände eingesetzt, um das Gespräch mit dem Unsichtbaren mit der Realität zu verknüpfen.

Mit dem Rosenkranz wird üblicherweise das Ave Maria gebetet. Als Evangelische bete ich damit das Jesus Gebet, eine christliche Meditation.

Dieses Exemplar wird „Soldatenkranz“ genannt, weil es so klein ist und man es in der Hosentasche tragen kann.

Geschenk der Bäume

Narben.
Spuren von Geschichten,
von stolzen und schweren.
Wie schön sie sein können,
zeigen uns die Bäume.

Verheilte Narben schmücken durchaus, wenigstens die Seele.

Wenn die Narbe noch schmerzt – es gibt Hoffnung!

Sternenstaub

Die Weite des Universums ist mir manchmal ein Trost, wenn mich Kleinigkeiten belasten.

Scherben

Glas kann zerbrechen. Scherben gibt es überall. Auch im Leben. In der Flamme können Scherben eingeschmolzen werden – Scherben machen schön.

Shards nennt man diese Scherben, die man absichtlich herstellt, um sie später in eine Perle einzuarbeiten.

Die Scherben schlägt man aus einer aufgeblasenen dünnen Glaskugel. Setzt sie vorsichtig auf die heisse Perle und presst sie an, schmelzt weiter, presst, formt, bis die Perle so ist, wie man sie möchte.

Das Loch

Perlen haben ein Loch. In der Mitte. Das ist das Wichtigste, denn durch das Loch kann man sie halten. Sonst würden sie dauernd davon rollen, wie Murmeln. Das Loch in der Mitte ist ein freier Raum. Hier ist Platz für das, was trägt und hält. Für etwas, das Verlorengehen verhindert. Eine einfache Schnur, ein roter Faden. Trag Sorge zu deiner Mitte.