Es klingelt an der Tür

Ein Beitrag zum Lyrikmonat #lyrimo

Tatsachenbericht
Di düdldi dü,
Es klingelt an der Tür.
Es bellt der Pudel im Korridor,
Er stellt sich Wurst oder Räuber vor.
Di düdldi dü,
Es klingelt an der Tür.
Di düdldi dü,
Es klingelt an der Tür.
Das kann nur die Frau Nachbar sein,
Mit Kuchen oder Stückchen fein.
Di düdldi dü,
Es klingelt an der Tür.
Di düdldi dü,
Es klingelt an der Tür.
Der Pudel kriegt sich nicht mehr ein,
Besuch muss doch für ihn nur sein,
Und Kuchen ist nicht wirklich fein,
Ne Wurst muss her zum glücklich sein,
Sonst schnüffelt er ganz unverzagt,
Dort wo es niemandem behagt,
Gibt sich dann endlich doch zufrieden,
und bleibt ganz faul am Boden liegen.
Di düdldi dü,
Es hat geklingelt an der Tür.
Schwarzer Pudel blickt mit schiefem Kopf in dei Kamera​
Grosspudel Lenny

Den Alltag begehen 4

Was die Scanner-Persönlichkeit nicht wahrhaben will, für die Fatigue-Betroffene aber wesentlich ist: die Pause.

Vor vielen vielen Jahren habe ich Soziologie studiert. Dabei habe ich vom Begriff „Reproduktion der Arbeitskraft“ gehört. Die Arbeitskraft muss wiederhergestellt werden, sonst geht sie aus.

Essen und Pause machen sind keine unproduktiven Tätigkeiten. Sie produzieren meine Arbeitskraft. Die Arbeitskraft brauche ich im Beruf, in Tätigkeiten rund um Haushalt und Betreuung und in ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Wie viel Pause eine Person benötigt, um die Arbeitskraft zu Regenerieren, ist individuell unterschiedlich. Personen mit Fatigue Syndrom benötigen mehr Pausen, da auch die Arbeitskraft schneller versiegt.

Zur Zeit bin ich dabei, Pausen bewusst und häufiger in meinen Alltag zu integrieren. Dabei stellt sich die Frage, wie ich mich am besten erhole.

Jahreskreis, weben durch acht Jahreszeiten

Ich habe bemerkt, dass es mir gut tut, nach einer kurzen Zeit des gar nichts Tuns, einer einfachen handwerklichen Tätigkeit nachzugehen. Bei diesen Tätigkeiten können die Gedanken hin und her fliessen und meine Gedanken kommen zur Ruhe.

Den Alltag begehen 3

Der Alltag besteht aus sich wiederholenden, oft monotonen Tätigkeiten.

Gibt es etwas alltäglicheres als Haushalten? Aufräumen, putzen, Tisch decken, abräumen, waschen, bügeln und so weiter.

Kochen empfinde ich als kreative Tätigkeit, sofern ich wirklich koche und nicht einfach etwas in die Pfanne schmeisse.

Langweilige Routinen gibt es in den spannendsten, abwechslungsreichsten Berufen. Da muss man quasi durch.

Alltag. Was alle Tage vorfällt. Mein Leben lang habe ich gekämpft mit den öden Routinen, die nie zu Routinen geworden sind, sondern immer ein Kampffeld blieben. Und immer hat mich das Gewicht der alltäglichen Tätigkeiten im Hinterkopf begleitet: Wie lebenswichtig, überlebenswichtig all das ist: waschen, flicken, Lebensmittel zubereiten und hinterher aufräumen. Und Pillen für die Woche sortieren.

Mit der besonderen Tablettenschachtel fällt auf das öde Pillenschlucken und einräumen ein freundliches Licht.

Wenn mein Leben, wenn das Leben hauptsächlich aus Alltag besteht, wenn ich versuche, den Alltag würdig zu begehen, dann würdige ich – mein Leben. Dann schenke ich dem Leben, das ich habe Würde.

Nicht erst wenn ein Traumleben, nicht erst wenn der Traumberuf oder die Traumkarriere erreicht ist – ich würdige mein Leben jetzt. Und dabei würdige ich mich selber

Es ist Mitte Januar. Mein Alltag hat kleine Krönchen erhalten. Ritual statt Routine.

5. Januar – 12. und letzte Raunacht

Als es erwachte, fand es sich in einem Wald mit dünnen, weissen Bäumen. Sie standen so dicht beisammen, dass es kein Durchkommen gab.

Es wunderte sich und sah sich um. Und weil es ein einfaches Kind war, machte es sich nicht weiter Gedanken, wie es in den Wald geraten war, oder wie es in dieser Wildnis überleben sollte. Es wunderte sich bloss und sah sich um.

Das Mädchen trug ein dünnes Kleid, vielleicht ein Nachthemd, und stand barfuss auf der kalten, feuchten Erde. Es hatte in der Nacht etwas geschneit. Aber nirgends waren Fussspuren zu sehen.

Eine wunderliche Stille herrschte in diesem weissen im Wald. Im Augenwinkel nahm das Mädchen eine Bewegung war. Ein Vogel kam angeflogen. Ein Rotkehlchen.

Es wendet sich um zum Rotkehlchen. Das Rotkehlchen antwortete auf darauf mit seinem Lied. Sein Winterlied erzählte davon, dass es hier zu Hause sein, und es gedenke nicht, sein Zuhause zu teilen. Auch nicht mit einem kleinen Mädchen.

Selbstverständlich, meinte das Mädchen zum Rotkehlchen, ich werde dir dein Zuhause nicht streitig machen. Aber weisst du, ich bin hier fremd. Ich weiss nicht wo mir warm werden soll. Kannst du mir vielleicht helfen?

Das Rotkehlchen erhob sich zwischen den dichten Zweigen und flatterte einige Bäume weiter. Im Dickicht fand das Mädchen einen winzigen Durchgang zwischen den Bäumen, so dass es dem Rotkehlchen folgen konnte.

Auf dem Pfad fand das Mädchen viele Spuren von wilden Tieren. Wohin sie wohl gingen? Und woher sie kamen? Ob sie eine Höhle oder sonst eine Art zu Hause hatten?

Mit einem Mal schien es ihm, als es röche es Rauch. Wo Rauch ist ist auch ein Feuer. Wo Feuer ist ist es warm. So dachte das Mädchen bei sich.

Das Rotkehlchen flog weiter voran und führte da das Mädchen immer tiefer zum Geruch des Feuers. Schliesslich sah es durch die Bäume goldene Flammen flackern.

Zwischen drei grossen Steinen loderte ein helles Feuer. Neben den Steinen stand ein grosser Topf aus dem es qualmte und auf den Topf lag eine grosse, hölzerne Kelle.

Bei diesem Anblick spürte das Mädchen nicht nur die Kälte sondern auch grossen Hunger. Ob es von dieser Brühe kosten dürfte, fragte es sich und trat näher zum Feuer. Aber es wagte nicht die Kelle zu berühren. Es kauerte sich einfach nachher beim Feuer nieder und schnupperte am Duft, der aus dem Topf stieg.

Wie es so da sass sie schwärmte und nach der Suppe gelüstet, schien ihm auf einmal das es nicht allein sein. Es sah sich um doch es konnte im Dunkeln nichts erkennen. Da hörte es eine Stimme.

So. Hast du mich also gefunden.

Eine Gestalt kam aus der Dunkelheit näher zum Feuer und das Mädchen sagt, das ist eine alte Frau war. Die Frau trug zwei irdene Schalen. Eine reichte es dem Mädchen und sprach.

Schöpfe von der Brühe für uns beide.

Danke, antwortete das Mädchen und griff zu der hölzernen Kelle. Es füllte zuerst die Schale der alten Frau und dann seine eigene. Dann legt es die Kelle wieder sorgfältig auf den Kessel und blickte die Frau an.

Was guckst du, fragte die Frau, iss ruhig.

Danke, antwortete das Mädchen und beugte sich über seine Schale, schlürfte die heisse Suppe und es schien ihm, als hätte es nie etwas besseres gegessen.

Als die Schale leer war, seufzte es tief setzt der sich gerade hin und blickte die alte Frau an.

Was ist das für eine wunderbare Brühe, sprach es. Noch nie hatte ich eine so köstliche Suppe.

Es ist die Suppe dieses Waldes. Wenn du möchtest zeige ich dir, wie du sie kochen kannst. Dann wirst du nie mehr Hunger leiden, nie mehr einsam sein und du wirst immer ein zu Hause haben. Denn dort, wo man eine Suppe isst, dort ist man zu Hause.

Genau so fühlte es ist sich an dachte das Mädchen es fühlte sich an als röche und schmecke diese Suppe nach zu Hause.

So zog das Mädchen zu der alten Frau in die Hütte und blieb dort wohnen, bis es alle Geheimnisse des Waldes von der alten Frau gelernt hatte.