Sprünge und Schnipsel

Zu den Tagen 24 und 25

Hane Sprung ir Schüssle
So chani nid dichte
Es isch mer aus zdicht
Mis Hirni verbricht.

De blibe nur Stückli
Nur Fötzle u Möckli
kes richtigs Gedicht
die Täg hei zviu Gwicht.

Zviu fern, zweni nach
Fernbesprechig, Fernunti,
Fernlache, ferngränne
Es isch zum furtrenne.

Kombiniert die Impulse zum Lyrikmonat #lyrimo:
Sprünge. Schnipsel

Elfte Raunacht

Dankbarkeit

Früh morgens. Einige Schritte mit dem Hund. Ein weites Tal neben der Sarine.
Auf dem Cousimbert liegt Schnee.
Bussarde schreien. Es hallt aus dem Wald.
Der Fuchs rennt heim.
Weit oben am Himmel ein Flugzeug in der rosa Morgensonne.

Dankbar für die Familie mit den Festessen an langen Tafeln mit Geschwistern und Schwiegerfamilien, mit den Kindern, Nichten und Neffen. Man liebt und neckt sich und führt hin und wieder tiefe Gespräche.

Dankbar, dafür, dass ich mit meinen Beschwerden in diesem Land leben kann, wo ich Medikamente, Hilfsmittel und Versorgungsmaterial problemlos erhalte.

Dankbar, dass für alles, was ich noch kann und dass immer noch genug Neugier übrig ist, um Neues auszuprobieren.

Danke.

Zehnte Raunacht

Achtsam sein

Den Tag beginne ich mit einigen Minuten des Sitzens. Ich sitze mit mir alleine am Kopfende des Bettes, mit mir und Gott.

Einige Gedanken notieren, Kaffee.

Auf dem Arbeitsweg die Vögel,
Meisen, der Kleiber und der Grünspecht,
die Wachholderdrosseln, der Eichelhäher.

Noch ist die Achtsamkeit bei mit.

Doch als ich die Tür zum Arbeitsplatz öffnete, war sie verschwunden.

Momentaufnahmen 1

________________________

Jenseits der Purpurlinie,‬
wo die Farben theoretisch sind,‬
dort werden Träume wahr.‬ (15.11.2019)

https://de.wikipedia.org/wiki/Purpurlinie

________________________

Abends, wenn das Herz nicht weiss, warum es schwer wird.‬ (10.11.2019)

Sich mit Jacke und Mütze auch das sonnige Gemüt überziehen. (9.11.2019)

________________________

Dieses „Schüchtern“ kann man heutzutage ja nicht offen herumtragen. Man versteckt es hinter einer grossen Röhre, einem frechem Blick und bunten Klamotten. (7.11.2019)

Laut sein als Schutzmassnahme.Selbstschutzmassnahm. Besser ich erschrecke sie, als sie mich. (7.11.2019)

Mir glaubt niemand, wenn ich zugebe, dass ich zutiefst schüchtern bin. (7.11.2019)

Bettgeschichte

Leih mir deine Schulter
Mein Kissen ist kalt
Bei dir ist es wärmer,
das fühle ich bald.

Leih mir deine Arme
Halte mein Herz
Denn deine zwei Arme
sind gut gegen Schmerz

Meine Decke ist dünn
Deck du mich zu
Die wärmste und weichste
der Decken bist du

Drücke mich fester
Ich drücke dich auch
Schling meine Arme
Um deinen Bauch.

Lass mich bei dir ruhen
Ruh du bei mir
Nah bei einander
Wir zwei, das sind wir.