Ballast

„Heute Nacht bin ich unten beim Ballast“.
Unten beim – nur kurz unten beim
Ballast,
und plötzlich unten
unter dem Ballast.

Unter Haufen und Häufchen
loser Gewichte, Ballast,
gewichtlose Ballen von Last.
Lasst Last los!
Lasst Luft und Atem.

Unter wichtigem Ballast
lasst mich von unten
atmen nach oben.
Lost die Last lose
und freie Haufen los.
Lost frei von unten nach oben
Ball und Last und Luft.
Blast mich los
und frei.
Oben an der Luft
frei atmen heute Morgen.
Frei und leicht.

Es ist wieder #frapalywo , 7 tage, 7 texte, 1 thema.

Das Thema der siebten Lyrikwoche von Frau Paulchen sind eigene Worte mit den worten anderer, den Worten anderer mit den eigenen Worten, geborgte Worte.

Der Impuls von heute heisst „heute nacht bin ich unten beim ballast“ aus „Nachtdienst“ von Thomas Tranströmer.

Mit meinen Augen

Sie: Liebster, siehst du den Mond mit meinen Augen?

Er: Ich sehe den Mond in deinen Augen.
Liebste, siehst du die Sterne mit meinen Augen?

Sie: Ich sehe die Sterne in deinen Augen.
Liebster, fühlst du mein Herz schlagen in deiner Brust?

Er: Ich fühle dein Herz schlagen in deiner Brust.
Liebste, hörst du mein Lied in deinem Herzen?

Sie: Ich höre dein Lied, denn du singst:

Duett: Hörst du, siehst du,
fühlst du, kennst du
meine Fragen, mein Zagen?

Du bist mir so nah,
du bist mir so fern.
Auf ewig so fern und so nah.

Impuls: Siehst du den Mond über Soho, ein Beitrag zu Sophie Paulchens Lyrikmonat #frapalymo. Twitter: @FrauPaulchen

Strandläufer

Pack die Badehose ein,
wir laufen zum Strand.
Oder zieh sie dir gleich an,
nimms Tuch in die Hand.

Schnell zum Steg und in den See,
der Grund ist nur Sand.
Schmal der Pfad im Wasser liegt,
das Schilf ist der Rand.

Grün und blau und etwas braun,
in Wasser und Land.
Blaue Lippen zittern still.
Schön wars am Strand.

Beitrag 1 zur Lyrikwoche (#frapalywo) im August 2018 von @Frau_Paulchen, paulchenbloggt. de