Ein neues Zuhause

Unser neues Häuschen ist ein wahres Zuhause. Es ist klein und gross genug, alt und dennoch wohnlich, es knarrt und knackt und macht uns singen.

Uns, das sind mein Mann und ich. Der Pudel singt nur sehr selten (wenn eine Sirene erklingt). Wir fühlen uns als Hausbesitzer, obwohl wir nur mieten.

Die Küche liegt im Zentrum des Hauses. Sie hat zwei Fenster: Durch eines kann man ins Wohnzimmer sehen.

Auf dem breiten Sims steht eine grosse Laterne mit vier kleinen, in Gläsern hängenden Kerzen. Daneben kleine Holzgefässe. Hinter dem Fenster sind weinrote Vorhänge am Fenster des Wohnzimmers zu sehen, mehr ist im Gegenlicht nicht zu erkennen.
Das Fenster zwischen Küche und Wohnzimmer schreit nach Dekorationen.

Durchs andere durch den Flur zum Hauseingang. (Offensichtlich wurde hier oftmals umgebaut.) Sonst ist sie wie eine gewöhnliche Küche eingerichtet. Ausser …

An Stelle des Geschirrspülers gibt es einen fast unendlich langen Ausziehtisch und einen Holzherd.

Vor der hellbeige gekachelten Wand steht ein brauner Ofen mit zwei Herdplatten. Er hat zwei gerade Seiten (an der Wand und rechts) und vorne eine zweimal um dei Herdplatten gewellte Schräge. (Versteht man das?) Rechts vom Herd ist das Ofenloch das auch zum Backen dient. Unter dem Ofenloch liegt eine tiefe, metallbezogene Bank.
Holzherd

Mit dem Holzherd können wir kochen und heizen. Denn im Wohnzimmer an der Wand zur Küche steht das Schmuckstück des Hauses: Ein uralter alter Kachelofen. Er ist der wahre Grund dafür, dass wir hier eingezogen sind.

Das Haus weckt in mir ein urchiges Lebensgefühl, es tut gut.

Es dominiert der grosse, grüne Würfel am linken Bildrand. Er ist links von einer sehr schmalen, rechts von einer breiten, altrosa Sitzbank umgeben. Der Rücken des rosa Teiles ist mit gemalten Kacheln geschmückt. Es sind Blumenmotive, ein Hirsch und ein Vogel.

2. Januar – 9. Raunacht

Loslassen, Lasten ablegen und erleichtert weitergehen.

Ich lege ab, viele Verantwortungen, die ich bereitwillig übernommen habe. Ich gebe sie in jüngere Hände und ziehe mich erleichtert etwas zurück.

Ich freue mich auf neue, andere Aufgaben, die meinen Kräften und meiner heutigen Situation entsprechen.

Sich etwas treiben lassen, statt alleine zu ziehen.

Seit Jahren beschäftigt mich immer wieder der Alltag. Was ist seine Qualität, wie kann sein Gewicht getragen werden?

Das Leben besteht nicht aus Abenteuern und Krimis. Es reihen sich viele alltäglichen Routinen aneinander. Wie werden öde Aufgaben mit Sinn und Wert angereichert? Wie kann ich den Alltag in Würde begehen?

Alltägliche Gegenstände und Orte werden geschmückt. Dadurch bekommen sie Gewicht.

Eigentlich „begeht“ man Feiertage. Durch den Alltag schlittert, eilt, keucht man. Aber begehen?

Morgen habe ich vor, den ersten Alltag nach den Feiertagen würdig zu begehen. Ich weiss noch nicht, was das heissen wird, wir werden sehen.

Sprünge und Schnipsel

Zu den Tagen 24 und 25

Hane Sprung ir Schüssle
So chani nid dichte
Es isch mer aus zdicht
Mis Hirni verbricht.

De blibe nur Stückli
Nur Fötzle u Möckli
kes richtigs Gedicht
die Täg hei zviu Gwicht.

Zviu fern, zweni nach
Fernbesprechig, Fernunti,
Fernlache, ferngränne
Es isch zum furtrenne.

Kombiniert die Impulse zum Lyrikmonat #lyrimo:
Sprünge. Schnipsel