Zweite Raunacht

Still werden

Nicht die Feiern mit teuren Menschen
machen mein Leben laut.
Sorge und Sehnsucht
rufen unerbittlich.

Die Sorge will ich ziehen lassen,
vertrauen, dass sie ihr Ziel findet.

Der Sehnsucht folge ich zur Quelle.
Dorthin, wo DU zu mir sprichst:

Du bist meine liebe Tochter,
du gefällst mir. *

Gefalle ich dir?
Bin ich gut genug?

Du bist meine Tochter,
das ist genug.
Du bist mehr als gut genug,
Liebes.

(* Nach Henry J.M. Nouwen: „Nimm sein Bild in dein Herz“ und nach der Bibel: Matthäusevangelium 3,17)

Erste Raunacht

Rückblick

Im ersten Augenblick wiegt der Schmerz schwer.
Ein schmerzendes Knie am Jahresanfang,
die Krankheiten von anderen.
Ängste um andere.
Auch meine alten Krankheiten.

Ein zweiter Blick weckt farbenfrohe Bilder:

Ich bin reich.

Zwischen Hoffen und Bangen
Zwischen Schmerz und Glück
wähle ich Hoffen und glückliche Erinnerungen.

Daheim:

Südengland im Sommer:

Pilgern im Herbst:

25.12.2019

Barfuss

5.11.2017

Seit dem Juni dieses Jahres gehe ich immer häufiger barfuss. Ganz dem Cliché entsprechend meldete sich meine Seele. 

Atmen und schreiten
Gehen und fühlen 
werden eins auf dem Weg.

Kühl und weich
der laubbedeckte Weg.
Achte auf Geröll und Tiere! 

Die Seele geht mit
im Rascheln.
Auf weichem Waldgrund
atmet sie Schritt für Schritt. 

Die Mitte ertasten

Heute, mit den zerbröselnden Lendenwirbeln, bekommt dieser Text neue Aktualität.

7.11.2017

Fuss um Fuss,
die Zehen voran,
ertaste ich
auf dünnen Sohlen
den Weg unter mir.

Gehen
hält mich
senkrecht
aufrecht
schwingend
um die Achse vom Zenit zum Erdmittelpunkt.

Sofern nicht der Lärm
in den Ohren
und den Gedanken
die Muskeln verhärtet.
Sofern nicht der Schmerz
die Balance zerzaust.

Sofern ich mich einlasse
in Schritte
auf Kies und Gras
auf Hitze und Nässe.
Sofern ich mich einlasse
auf mich.

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Erklärung: Tatsächlich gehe ich fast immer auf dünnen Sohlen, da ich, wenn nicht barfuss, dann in „Barfussschuhen“ gehe. Barfussschuhe haben dünne flexible Sohlen und man fühlt viel vom Weg.