Was ich suche …

… ist nicht das Teebesteck,
das goldene mit den Rosen.

… ist nicht die Kochkelle,
die hölzerne mit dem Loch.

… ist nicht der Pinsel,
der breite mit Flecken am Stiel.

Was ich suche,
das finde ich nicht.

Was ich finde,
suche ich gar nicht.

Die Knoblauchpresse, der Trüffelhobel, die Kochstäbchen aus Japan,
der Apfelstecher, die Muskatreibe – und was sollen hier bloss die Stifte?

Ich suche bloss einen Faden.

Einen Faden zum Binden,
was zusammen gehört.

Einen Faden zum Finden,
wo es weiter geht.

Einen roten,
wenn ich wünschen darf.

Ich suche den roten Faden.

Eine offene Küchenschublade mit den aufgezählten Gegenständen und mehr, alles durcheinander geworfen. Auf der schwarzen Ablage liegen die vergoldeten Löffel, unscharf auf dem dunkelgrauen Steinboden ein roter Faden.

Zehnte Raunacht

Achtsam sein

Den Tag beginne ich mit einigen Minuten des Sitzens. Ich sitze mit mir alleine am Kopfende des Bettes, mit mir und Gott.

Einige Gedanken notieren, Kaffee.

Auf dem Arbeitsweg die Vögel,
Meisen, der Kleiber und der Grünspecht,
die Wachholderdrosseln, der Eichelhäher.

Noch ist die Achtsamkeit bei mit.

Doch als ich die Tür zum Arbeitsplatz öffnete, war sie verschwunden.